Essen: ‘Wir leisten unseren Beitrag zur Reduzierung des Treibhausgaseffekts und zum Klimaschutz’, sagt Rainer Winter von TÜV NORD Cert. Sein Team validiert und verifiziert internationale Treibhausgas-Minderungsprojekte, seit zwei Jahren betreibt man eine JI/CDM-Zertifizierungsstelle. Bei JI (Joint Implementation) und CDM (Clean Development Mechanism) handelt es sich um die so genannten projektbasierten Flexiblen Mechanismen des Kyoto-Protokolls. Die Zertifizierungsstelle ist von der UNO offiziell anerkannt, als elftes Unternehmen weltweit.
Validierung und Verifizierung spielen eine wichtige Rolle im Rahmen von JI und CDM. Es wird hierbei von unabhängiger Seite bewertet, ob ein Projekt den JI/CDM-Anforderungen entspricht, insbesondere ob es zu den geforderten Einsparungen der Treibhausgase wie CO2, CH4 und anderen, kommt. Bei der Validierung kommt der Analyse der von Projektentwicklern eingereichten Projektunterlagen eine entscheidende Bedeutung zu: Eine erfolgreiche Validierung ist Voraussetzung für eine Anerkennung der Projekte. Diese erfolgt zum Beispiel im Rahmen von CDM bei der UNFCCC, der Klimaschutzunterorganisation der UNO. Bei der Verifizierung wird nach erfolgter Registrierung regelmäßig wiederkehrend überprüft, in wieweit die prognostizierten Emissionsminderungen auch tatsächlich eingetreten sind.
‘Mehrere JI und CDM-Validierungen und Verifizierungen sind in Bearbeitung oder bereits abgeschlossen, so Rainer Winter. ‘Hierbei geht es zum Beispiel um den Brennstoffwechsel von Kohle zu biogenen Brennstoffen sowie um Windkraftnutzung in Indien, um Kesselerneuerungen in der Mongolei oder um die Nutzung von Grubengas in Deutschland’, erklärt Winter.
Mit jedem geprüften Minderungsprojekt können CO2-Emissionszertifikate generiert werden, um sie an anderer Stelle einzusetzen. So können beispielsweise europäische Unternehmen diese Zertifikate nutzen, um ihre Verpflichtungen im Rahmen des europäischen Emissionshandels zu erfüllen. Auch Länder wie die Niederlande, Belgien oder Österreich kaufen Zertifikate aus derartigen Projekten auf, um ihren nationalen Verpflichtungen aus dem Kyoto-Protokoll zu genügen. Angestoßen werden diese Projekte meist von Unternehmen aus Europa und anderen Industrienationen wie Kanada oder Japan. ‘Letztlich leisten die Unternehmen so durch ihr Engagement auch außerhalb Europas einen beachtenswerten Beitrag für den Klimaschutz‘, so Winter.
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