Klimaschutz.Leitfaden


16. Februar 2006

Technikfolgen - Technikchancen

Abgelegt unter: Klima — redaktion @ 22:51

Auf Einladung von Haus der Technik, Essen, und Evangelischer Akademie im Rheinland, Bonn, fand am Mittwochabend, 15.2.2006, eine Diskussions- und Vortragsrunde zum Thema ‘Technikfolgen - Technikchancen’ im Haus der Technik in Essen statt. Über 200 Teilnehmer folgten der Einladung zu der Veranstaltung, die unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters von Essen, Dr. Wolfgang Reiniger, stand. Beispielhaft für die Möglichkeiten von Technikfolgenabschätzung wurden die Perspektiven der Energietechnik erörtert.

Die politische Dimension schilderte Dr. Reinhard Grünwald, Büro für Technikfolgenabschätzung (TAB) beim Deutschen Bundestag, der über ‘Technikfolgenforschung der Energietechnik in der Praxis der politischen Beratung’ referierte. Er legte er anhand zweier Fälle aus der Beratungspraxis - Kernfusion und der geothermische Stromerzeugung - dar, wie die neutrale Politikberatung des TAB aussieht und unter welchen Rahmenbedingungen sie gelingen kann. Bei den Analysen des TAB, so Grünwald, stehe zunächst die zu prüfende wissenschaftlich-technische Neuerung im Blickpunkt. Abgeschätzt werden ihr technisches Potenzial, ihre Entwicklungsperspektiven ebenso wie ihre Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit. Auf dieser Grundlage werden der politische Handlungsbedarf erwogen und alternative politische Handlungs- und Gestaltungsoptionen entwickelt.

Die unternehmerische Seite vertrat Dr. Jürgen Lenz, seit 1999 Vorstand von der E.ON Ruhrgas AG und dort zuständig für den Bereich Technik. Er sprach über ‘Technische Innovationen in der Energiewirtschaft, Denkansätze in Systemen und Kreisläufen’. Dabei interpretierte er das Thema des Abends ‘Technikfolgen - Technikchancen’ in der Energietechnik klar als Chance für die Energiewirtschaft.

Seine Ausführungen fokussierten sich auf die Herausforderungen bei der Schonung von fossilen Ressourcen und den Klimaschutz. Das Zusammenspiel von Energiemix, Effizienzsteigerung, Systemverbund und CO2-Reduktion bildet umfangreiche Ansatzpunkte für E.ON, über die Weiterentwicklung von Technologien eine nachhal-tige Wettbewerbsposition zu erreichen. Insbesondere die erneuerbaren Energien werden langfristig ihren Anteil an der Primärenergieversorgung in Deutschland ausbauen, so Lenz. Positive Auswirkungen auf die globalen Stoffkreisläufe sind jedoch auch über andere Primärenergieträger und technologische Innovationen mög-lich. ‘Hier muss eine verantwortungsvolle Nutzung eines jeden wirtschaftlich und ökologisch vertretbaren Energieträgers betrachtet werden,’ erläuterte Lenz.

Über die Tagesaktualität hinaus möchten Haus der Technik und Evangelische Akademie mit dieser Veranstaltung für ein erweiter-tes Verständnis von Technikfolgenforschung werben. ‘Jede neue Technik birgt Chancen und Risiken. Die Technikfolgenforschung kann auf zweierlei Weise zu einer besseren Nutzung der technologischen Möglichkeiten beitragen: Zum einen, indem sie die Auswir-kungen neuer Techniken rechzeitig abschätzt, zum anderen, indem sie für die zukunftsgewandten Technologiepfade wirbt’, so die Veranstalter.

« Kulturpflanzen für die moderne Bio-Industrie
Kyoto-Protokoll ein Jahr in Kraft »